„Aktuell ist der Wohnungsbau in Deutschland im internationalen Vergleich mit am teuersten“1 – so wird es auch im diesjährigen Frühjahrsgutachten vom „Rat der Immobilienweisen“ erneut betont. Ratsmitglied Ralph Henger vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) analysiert den Bereich „Wohnimmobilien“ und gibt Politik und Wirtschaft Empfehlungen, um die „Zielkonflikte zwischen energetischer Modernisierung und bezahlbarem Wohnen“ zu bewältigen.
Denn auch seine Prognose zeigt wie die vieler Experten: Am hohen Bedarf an Wohnraum und dem diesem gegenüberstehenden knappen verfügbaren Wohnraum sowie damit verbundenen hohen Mieten wird sich in naher Zukunft nichts ändern. Und auch die Bauindustrie kämpft weiterhin mit einer angespannten Auftragslage aufgrund hoher Preise.
Ein wesentlicher Bestandteil der Empfehlungen von Ralph Henger ist daher die Notwendigkeit, Baukosten zu senken:
Standardisierte Bauverfahren wie modulares Bauen würden dazu beitragen, sowohl Baukosten als auch Bauzeiten zu senken und die Produktivität in der Branche zu steigern.
Strikte Vorgaben haben das Bauen verteuert – eine Vereinfachung baulicher Anforderungen, etwas beim Lärm- oder Schallschutz, würde Kosten reduzieren.
Stellplatzvorschriften stellen einen hohen Kostenfaktor dar, der überarbeitet werden sollte.
Eine „Harmonisierung der Landesbauordnungen“ könnte serielles und modulares Bauen weiter voranbringen und Kosteneinsparungen ermöglichen.
Weitere Impulse für Politik und Wirtschaft beinhalten:
Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen
Strukturreformen zu einer abgestimmten Steuer- und Förderpolitik
Senkung der Erwerbsnebenkosten, insbesondere der Grunderwerbsteuer
Kombination von Objekt- und Subjektförderung
Mietregulierung optimieren
Der „Rat der Immobilienweisen“ gibt seit 2002 jährlich eine Frühjahrsprognosen für mehr Transparenz auf den Immobilienmärkten. Herausgeber ist der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft.
1 Immobiliendienstleistungs- und Investment-Unternehmen CBRE, 2023
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